Mobilder Rauchverschluss ob sofort Einsatzbereit


Die Zeiten, in denen die Feuerwehr einfach nur Feuer löschte, sind längst vorbei. Immer mehr Aufgaben kamen im Laufe der Jahrzehnte hinzu  und erweiterten die Arbeit  der Einsatzkräfte und fordern ein immer größeres Fachwissen. Dabei muss im Einsatz auch immer mehr darauf geachtet werden, dass das Schadensausmaß durch die Maßnahmen der Feuerwehr nicht vergrößert wird.

 Mit der Anschaffung eines „Mobilen Rauchverschlusses“ machte die Freiwillige Feuerwehr Reilingen erneut einen großen Schritt, um auch diese Aufgabe zukünftig zu meistern.

Der Rauchverschluss ist eine Art Vorhang, der aus einem Spezialgewebe aus Glasfaserbesteht und eine hohe Temperaturbeständigkeit (bis zu 600 Grad)aufweist. Im oberen Teil sind in Metallrahmen und eine Spreizstange eingearbeitet, mit der der Vorhang in jeden normalen Türrahmen eingespannt werden kann.

 Brennt es Beispielsweise in einem Zimmer, oder in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, müssen sich die Feuerwehrleute unter Atemschutz Zugang zu den Brandräumen verschaffen. Durch das mitführen des Feuerwehrschlauches ist es ihnen dann nicht mehr möglich die Türen hinter sich zu schließen, und der giftige Brandrauch würde in unverrauchte Zimmer oder sogar in das Treppenhaus dringen.

 Hier sorgt er für erhebliche Verschmutzungen die mit gefährlichen Giftstoffen behaftet ist. Viel schlimmer ist aber, dass der heiße und giftige Brandrauch im Treppenhaus anderen Menschen diesen Fluchtweg abschneidet.

Setzt man hier jedoch den Rauchverschluss zwischen verrauchten und nicht verrauchten Raum, in Verbindung mit einem Überdrucklüfter ein, kann der Rauch nahezu ganz in dem Brandraum, oder in der Brandwohnung, gehalten werden. Der Rauchverschluss verschießt den Türrahmen wie eine Tür und legt sich um den mitgeführten Schlauch.Ein betreten oder verlassen eines Raumes mit eingesetzten Rauchverschluss ist für die Feuerwehrleute jederzeit und ohne großen Aufwand möglich.

 Der Überdrucklüfter, der vor dem Hauseingang aufgestellt wird, erzeugt einen Überdruck in der vorhandenen Raumluft, der dem Rauch die Chance nimmt in rauchfreie Bereiche einzudringen.

„Der eingesetzte Angriffstrupp schafft schnellstmöglich eine Abluftöffnung, zum Beispiel durch das Öffnen eines Fensters, im Brandraum. Hierdurch wird der Rauch durch den Überdruck und dem Luftstrom ins Freie gedrückt. Dies verschafft dem eingesetzten Trupp zusätzlich eine bessere Sicht“ erklärt Simon Berger, der einen Ausbildungsblock zum mobilen Rauchverschluss in Theorie und Praxis für seine Kameraden ausgearbeitet hatte. In zwei Übungen wurde das schnelle und richtige Einsetzen des Rauchverschlusses, mit dem gemeinsamen Einsatz des Überdrucklüfters geübt. Mit einer Nebelmaschine konnte die Wirkung wie im Ernstfall durch den Brandrauch simuliert werden und die Neuanschaffung hatte gehalten was man sich davon versprach.

In vielen Bundesländern wird der Mobile Rauchverschluss mittlerweile von den Gebäudeversicherungen finanziert und den Feuerwehren zur Verfügung gestellt, da sich nachweisen ließ, dass durch deren Einsatz die Folgeschäden durch die Eingrenzung der Rauchgase erheblich gesenkt wurden. In Baden- Württemberg ist dies noch nicht der Fall, doch wurde der Vorteil dieser Anschaffung von vielen Feuerwehren als sehr nützlich erkannt. Denn hiermit lassen sich nicht nur Schäden verringer, gleichzeitig können Menschen vor einer großen Lebensgefahr bewahrt, oder sogar Leben gerettet werde. In Reilingen hat der mobile Rauchverschluss nun einen festen Platz im Feuerwehrauto erhalten und fährt bei allen Einsätzen mit.

K.D.