Jahreshauptübung


Was ist zu tun, wenn an einem ganz normalen Kindergartentag plötzlich ein Feuer ausbricht während die Kinder fröhlich spielen? Richtig, alle Kinder müssen so schnell wie möglich aus dem Gebäude gebracht und die Feuerwehr muss alarmiert werden. So taten es die Erzieherinnen des Oberlin Kindergartens am Samstagmittag, als sie zu den Hauptakteuren der Jahreshauptübung der Feuerwehr wurden.

Einsatzleiter Florian Schulze erhält von der Leiterin Conny Görres erste Informationen.

Von außen sahen die Zuschauer schon deutlich, dass einer der Gruppenräume durch die Nebelmaschine komplett verraucht war und sofort meldete sich der Hausalarm der Kindertagesstätte mit lautem Piepton. Wie es die Erzieherinnen und die Kinder zuvor schon bei mehreren Übungen gelernt haben, wurden schnell die Fenster und Türen geschlossen und alle Kinder stellten sich an der Gartentür auf, um den Kindergarten schnell zu verlassen. Besetzt war am Samstag die Raben- Gruppe, mit Kindern die freiwillige an der Übung teilnahmen, und die vorbildlich den Anweisungen der Erzieherinnen folgten. Die Leiterin, Cornelia Görres, rief vor den Augen der Zuschauer die Feuerwehr an und meldete den Übungsalarm. Danach ließ sie sich von den Mitarbeiterinnen Rückmeldung geben, ob alle das Gebäude verlassen haben und warf sich eine gelbe Weste über, mit der sie für die Feuerwehr als Ansprechpartnerin zu erkennen war.

Wenige Minuten später traf Einsatzeiter Florian Schulze ein, der mit Cornelia Görres um das Gebäude lief und dabei erfuhr, wo der Brand ausgebrochen war, und, dass im hinteren Bereich zwei Kinder vermisst wurden. Nach dieser ersten Erkundung trafen auch schon die zwei Löschfahrzeuge ein, die von Florian Schulze sofort den Einsatzbefahl bekamen, sich für die Menschenrettung und die Brandbekämpfung bereit zu machen.

Am Eingang wird alles für die Menschenrettung und Brandbekämpfung vorbereitet.

Zwischen den Autos, die wie an einem normalen Kindergartentag auf dem Parkplatz abgestellt waren, trugen die Einsatzkräfte Schläuche, Strahlrohre und einen Überdrucklüfter zum Eingang des Kindergartens. Die Trupps die in den verrauchten Bereichen arbeiteten hatten natürlich ihre Atemschutzgeräte angelegt und die Besucher verfolgten aufmerksam das Vorgehen der Kräfte. Kommandant Markus Piperno erklärte genau, was seine Mannschaft gerade tat. An der Tür des Brandraumes wurde ein sogenannter Rauchvorhang gesetzt, dieser verhindert, dass der schmutzige und giftige Raum sich im Gebäude ausbreitet und weitere Schäden verursacht. Ein Trupp begann nun in diesem Raum mit der Brandbekämpfung, während weitere Trupps nach den vermissten Kindern suchten. Nachdem im Brandraum ein Fenster geöffnet wurde, wurde der Überdruckbelüfter in Betrieb genommen, der den Rauch mit seiner Kraft nach draußen drückte.

Viele Besucher schauten sich die Arbeit der Feurwehr an.

Schnell wurden auch die vermissten Kinder, die durch zwei Kinder der Jugendfeuerwehr gemimt wurden, gefunden und aus dem Kindergarten gebracht. Im Außenbereich hatte sich ebenfalls ein Trupp mit Strahlrohr positioniert, eine Wasserversorgung durch einen Hydranten wurde aufgebaut und weitere Atemschutzgeräte bereit gelegt. Die Einsatzleitung dokumentierte die genauen Standorte der Fahrzeuge, welche Kräfte wo eingesetzte waren und welche noch verfügbar sind. Natürlich durfte man die Übung auch zum Anlass nehmen um Michael Malcher, der alles genau aufschrieb mal über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen.

Zwei Kinder aus der Jugendfeuerwehr ließne sich als Vermisste suchen und retten.

Bürgermeister Stefan Weisbrod, der der oberste Dienstherr der Feuerwehr ist, zeigte seine Verbundenheit zur Reilinger Wehr, in dem er ebenfalls in Feuerwehruniform die Übung verfolgte und im Anschluss sagte: „Wir erlebten heute eine Sternstunde der Sicherheit“. Damit lobte er die Arbeit der Feuerwehr und auch die gute Vorbereitung des Kindergartenpersonals. Mit Anja Knauf, der Brandschutzbeauftragten der Einrichtung, wurden wichtige Verhaltensregeln immer wieder geübt, und es zeigte sich, dass das Team auf den Ernstfall bestens vorbereitet, ist.

Bürgermeister Stefan Weisbrod in Feuerwehruniform.

Nachdem der Spielmannszug aufgespielt hatte und Florian Schulze nochmals einige Vorgehensweisen erörterte, verkündete der Bürgermeister den neuen Slogan der Feuerwehr, der natürlich aus seiner eigenen Feder stammt. „Kommandant Markus Piperno, schütz unser schönes Reilingen vor dem Inferno“.

Auch der Spielmannszug spielte auf.

Die Einsatzabteilung (rechts) und die Jugendfeuerwehr.