Brandschutzaufklärung beim ev. Seniorenkreis


Was mache ich, wenn’s brennt?

 Sie weiß, wovon sie spricht. Katrin Dietrich ist schließlich bereits seit 18 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Reilingen. Nach der Jugendfeuerwehrzeit ist sie nun seit 15 Jahren aktive Feuerwehrfrau mit Dienstgrad „Hauptfeuerwehrfrau“.

 Neben ihr liegt griffbereit Tag und Nacht, ob am Arbeitsplatz oder zuhause, egal wo sie sich aufhält, der Funkmeldeempfänger, durch den sie jederzeit zum Einsatz gerufen werden kann. Im Martin-Lutherhaus in Reilingen klärt sie nach der Kaffee- und Kuchenzeit des evangelischen Seniorenkreises über den Brandschutz auf. Elfriede Astor hatte die Senioren zuvor mit einem gemeinsamen Lied willkommen geheißen.

 „Was kann man machen wenn’s brennt?

Wie setzt man einen Notruf ab?“ stellte die gelernte Fotografin Dietrich zwei wichtige Fragen in den Raum.

Mit der Leinwand-Präsentation ihrer örtlichen Feuerwehr informierte die Hauptfeuerwehrfrau, dass von 1.350.000 Feuerwehrleuten in Deutschland sage und schreibe 1.100.000 der „Freiwilligen“ Feuerwehr angehören. „Man erkennt aus diesen Zahlen, dass ohne die Freiwilligen im Notfall nichts geht“ machte sie deutlich. „Sie setzen sich  ehrenamtlich und unentgeltlich im Brand- oder Notfall für die Bevölkerung ein“ ergänzte Dietrich.

 Bei jährlich 700.000 Bränden in Deutschland sterben 600 Menschen, 95 % davon durch Rauch. Brandrauch kommt lautlos durch jede Öffnung und ist tödlich! Er ist der größte Feind bei einem nächtlichen Brand, denn er weckt nicht auf. Innerhalb von sechs Minuten ist ein Haus bei offenen Zimmertüren verraucht.

„Eine ganz, ganz wichtige Hilfe sind Rauchmelder. Drei sollten in jeder Wohnung installiert sein: jeweils ein Rauchmelder im Schlaf- und im Kinderzimmer und der dritte im Flur. Leider haben vergleichsweise wenige Haushalte in Baden Württemberg diese lebensrettenden Helfer. Schaffen Sie sich diese in Ihrem eigenen Interesse an“ mahnte Katrin Dietrich eindringlich. „Eine tödliche Rauchvergiftung dauert nur ein paar Sekunden“.

 Kompetent informierte die Feuerwehr-frau über Feuerlöscher, wie sie gehandhabt werden, wo sie geprüft werden (alle zwei Jahre) und wieder neu befüllt werden können.

Fragen zu den Rauchmeldern konnte sie beantworten: Kosten ab 5,- bis 6,- €, nach oben keine Grenzen. Batterien im Gerät verbrauchen sich und müssen ausgetauscht werden. Das Gerät signalisiert mit einem Piepton über  den Zeitpunkt.

Sollte Rauch im Zimmer sein, meldet sich der Rauchmelder allerdings mit einem derart lauten Piepton, dass es den besten Schläfer aufweckt.

Eigene Erfahrungen der Senioren und Austausch über den Nutzen der Alarm-geräte machten deutlich, wie wichtig das Thema dieses Nachmittags war.

Gisela Jahn

Wichtige Regeln zum richtigen Verhalten bei einem Brandfall:

Zuerst sich selbst in Sicherheit bringen.

Die Tür zum Brandzimmer schließen. Mitmenschen warnen.

Die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 anrufen.

Möglichst ruhig den eigenen Namen nennen, und erklären woher man anruft.

Sagen, was und wo etwas passiert ist, gibt es Verletzte!

Soviel Informationen wie möglich geben.

Fenster und Balkontüren öffnen, sich bemerkbar machen und um Hilfe rufen.

Keine Fahrstühle benutzen, darin staut sich der Rauch und es gibt kein Entkommen, gibt es einen Stromausfall kann er stecken bleiben

Flach auf den Boden zum Ausgang kriechen, wenn sich im Zimmer Rauch ausgebreitet hat.

Eigene Löschversuche nur dann, wenn man sich nicht selbst in Gefahr begibt.

Bei einem so genannten „Fettbrand“: nicht mit Wasser löschen – mit großem Deckel oder einer großen Decke abdecken.

Ganz wichtig: die Herdplatte ausschalten.

Keine vermeintlich wichtigen Dinge retten wollen.

Niemals blindlings aus dem Fenster springen.

gj