Feuerwehr Reilingen im Rescue-Training-Center


An einem Fahrzeug der neuesten Genration setzt Timo Frey am Samstagmorgen den Spreitzer an  und drückt das Armaturenbrett und das Lenkrad nach oben um genügend Platz im Fußraum für den Patienten zu schaffen. Vorher haben weitere Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Reilingen bereits die Türen und die B- Säule entfernt und einen großen Zugang für den Rettungsdienst geschaffen.

Ohne Zeitdruck und unter fachkundiger Anweisung vom Ausbilder des Rescue- Trainings- Centers André Weiss wurde weiter gearbeitet. Denn es handelte sich, Gott sein dank, nicht um einen Ernstfall sonder um einen Lehrgang mit dem Thema „Moderne Fahrzeugtechnik“ und „Patientengerechte Unfallrettung“, den die Feuerwehr Reilingen am Wochenende belegte

„Härtere Materialien in den Fahrzeugkarosserien, neue moderne Sicherheitssysteme, verstärkte Vorbaustrukturen und hochfeste Stahl-Aluminiumverbindungen sorgen  in den neuen modernen Fahrzeugen für höchsten Schutz der Insassen. Doch diese Sicherheit kann die Feuerwehr und ihre Geräte schnell vor große Probleme stellen“ erklärte der erfahrene Ausbilder und freut sich, dass  sich immer mehr Feuerwehren dieser erschwerten Arbeit stellen und sich, wie die Freiwillige Feuerwehr Reilingen, stets weiter bilden.

„Als Rettungskräfte müssen sie möglichst schnell Zugang zu den Verletzten verschaffen können. Die Kenntnisse über fahrzeugspezifische Zugangsmöglichkeiten, sowie die Funktions- und Wirkungsweisen der Sicherheitssysteme sind unerlässliches Wissen für ein sicheres Arbeiten.“

Nichtausgelöste Airbags und deren Gasgeneratoren können eine große Gefahr für die Verletzten  und auch für die Einsatzkräfte bedeuten. Nach entfernen der Innerverkleidung sah Adrian Sturm genau wo die gefährlichen Generatoren sind und setzte sie Rettungsschere in sicherem Abstand unter diesen an. „Das Material an der A- Säule ist besonders fest und wird unsere Schere nach links wegdrehen. Um einen sauberen Schnitt zu bekommen müssen wir das Gerät leicht rechts verdreht ansetzten“. Gespannt folgten die Augen den scharfen Messern die sich immer enger um den Holmen legten. Sie Schere drehte sich und es knackte. Die Säule war sauber und sicher durchtrennt. Mit dem Rettungszylinder wurde das Dach nach oben gedrückt und es war genügend Platz  geschaffen um einen Patient aus dem Fahrzeug heraus zu heben.

Nach fünfstündiger Übung waren sämtliche Befreiungsmöglichkeiten erprobt und sorgen nun für einen noch besseren Ausbildungsstand der Reilinger Feuerwehr.

„Diesen Lehrgang, den wir in Reilingen nun schon zum zweiten Mal durchführten, gibt uns die einmalige Gelegenheit wirklich einmal an einem neuen Fahrzeug zu arbeiten und somit praktische Erfahrung zu sammeln. Wir hoffen zwar das wir es nie, oder nur selten, im Ernstfall anwenden müssen, doch genau hier ist es für uns alle wichtig schnell und effektiv handel zu können“, erklärte der stellvertretende Kommandant Michael Dietrich der selbst unter den 20 Teilnehmern war.