Fünf Reilinger Feuerwehrmänner schließen die Grundausbildung erfolgreich ab


Mit dem Wählen der Nummer 112 setzten sich sofort viele kleine Rädchen in Bewegung. Eine Stimme am anderen Ende der Leitung, die alle Informationen aufnimmt, dem Anrufer zur Seite steht, Tipps für das Verhalten im Notfall gibt und dann die zuständige Feuerwehr alarmiert, die dann schnell zur Einsatzstelle kommt.

Doch bevor die Einsatzkräfte im Feuerwehrfahrzug mit zur Einsatzstelle fahren dürfen müssen sie erst einmal ihre Grundausbildung absolvieren. Rund 40 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus dem Unterkreis Schwetzingen starteten Ende Februar in diese Ausbildung und beendeten sie nun mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung. „Wie der Name schon sagt, erlernen die Teilnehmer bei diesem Lehrgang die Grundlagen für den Feuerwehreinsatz“ erklärt der Leiter des Ausbildungsteams Thorsten Lehrenkrauß aus Altlußheim. Er und sein Team mussten in diesem Jahr auf Grund der vielen Teilnehmer sogar zwei Lehrgänge Parallel durchführen. So trafen sie die Feuerwehrmitglieder der Verbandsgemeinde zur Ausbildung in Altlußheim und die Feuerwehrleute aus Ketsch, Brühl, Oftersheim, Plankstadt, Schwetzingen und Eppelheim in Brühl.

Für alle waren es fünf sehr intensive Wochenenden an denen sie die 70 stündige Ausbildung bewältigten. In der „Feuerwehrdienstvorschrift 3“ ist genau geregelt was bei Brandeinsätzen oder Einsätzen zur technischen Hilfeleitung zu tun ist. Gunter Wiedemann aus Hockenheim, der den Lehrgang in Brühl leitete, erklärte: „Wenn der Gruppenführer einen Einsatzbefehl gibt, dann muss jeder der Gruppe wissen was er zu tun hat. Und nur wenn das funktioniert verläuft ein Einsatz sicher und erfolgreich“. Somit war für die Absolventen, neben der Theorie, viel üben angesagt. Nach dem Aussteigen aus dem Fahrzeug stellte sich die neunköpfige Gruppe hinter dem Fahrzeuge auf, antreten nennt man das in Feuerwehrkreisen. Der Gruppenführer, das ist der Chef der Gruppe und wurde beim Lehrgang durch einen der Ausbilder besetzt, erkundete die Lage und gab den Einsatzbefehl. „Wasserentnahmestelle Unterfluhrhydrant, Verteiler eine Schlauchlänge nach Fahrzeug. Angriffstrupp zur Brandbekämpfung mit erstem Rohr auf den Balkon über die Steckleiter vor“. Damit sicher ist, dass der Trupp den Auftrag richtig verstanden hat wiederholt er diesen und alle gehen an die Arbeit. Die Leiter wird vom Dach des Fahrzeuges geholt und an der besagten Stelle aufgestellt. Der Verteiler, an dem die Schläuche angeschlossen werden, aufgestellt und die Wasserversorgung zwischen dem Löschfahrzeug und dem Hydranten wurde aufgebaut. Der Angriffstrupp ist bereit um über die Leiter zum Balkon zu gelangen um mit den Löscharbeiten zu beginnen. Während und nach der Übung gaben die Ausbilder Ratschläge oder Unterstützen mit gekonnten Handgriffen. Am letzten Tag der Ausbildung schauten sie aber nur zu, stellen Fragen und machten sich Notizen, denn es war der Prüfungstag. „Zuerst gab es eine schriftliche Prüfung und im Anschluss die praktische Prüfung. Hier mussten die Frauen und Männer zeigen, dass sie ihre Sache können und fit für den Feuerwehreinsatz sind“, sagte Lehrenkrauß der die Verantwortung beim Lehrgang in Altlußheim trug.

Auch im Bereich der technische Hilfeleitung, zu der zum Beispiel Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle oder das Schützen vor Einsturz oder ähnlichem zählt gehören, wurde geübt. Die Einsatzkräfte müssen nicht nur wissen was sie tun müssen, sondern müssen dazu Gefahren einschätzen lernen und wissen wie sie die Geräte für diese Art von Einsatz bedienen und einsetzten. Wie hebt man einen Stapler oder einen Container an, unter dem eine Person eingeklemmt ist? Wie rettet man einen Verletzten aus einem Unfallfahrzeug und was tut man bei der Erstversorgung? Die Kombination zwischen Theorie und Praxis führt auch hier zum Erfolg und so konnten die Teilnehmer am Ende des Lehrganges, an dem sie noch einem Vortag der Feuerwehrseelsorger Thomas Eisermann und Michael Dahlinger lauschen durften, ihre Urkunden entgegen nehmen. Nun dürfen auch sie nach dem Notruf der 112 auf das Einsatzfahrzeug aufsitzen und mit Ausrücken um zu helfen. In Ihren Feuerwehren werden sie zusätzlich noch weiter ausgebildet und für weitere Lehrgänge vorbereitet.