Kameradschaftsabend 2015


Es war ein Abend voller Dankbarkeit, Wertschätzung, Anerkennung und vieler Jubiläen. Ein Abend des Fortbestandes und der Gemeinschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Reilingen. Natürlich wurde auch gefeiert und gelacht, so wie es sich für einen gelungenen Kameradschaftsabend gehört der vom Spielmannszug, unter der Leitung von Uwe Schuppel, am Samstag schwungvoll eröffnet wurde. Anerkennend erhoben sich die Besucher von ihren Plätzen und boten ein beeindruckendes Spalier für die Spielleute, die Standartenträger und die Delegation der Feuerwehr aus der Partnerstadt Jargeau.

Kein Wunder, dass es für Kommandant Mike Supper, bei diesem tollen Anblick, eine besondere Ehre war, alle Gäste in der Fritz Mannherz- Halle zu begrüßen. Als Oberhaupt der Feuerwehr zeigte er seinen Stotz auf Jugendfeuerwehr, Spielmannzug, Altersmannschaft und natürlich die Einsatzabteilung. „Alle Einsätze erfordern von den Feuerwehrleuten ein enormes Fachwissen und eine gute Teamfähigkeit. Heute möchte ich mich bei euch für euren fleißigen Übungsbesuch und die hervorragende Zusammenarbeit, auch bei den Einsätzen, bedanken“, sagte Supper. In diesem Zuge dankte er auch der Feuerwehr Hockenheim, die wieder mit einen großen Abordnung  und Kommandant Franz Sommer nach Reilingen gekommen war, für die gute überörtliche Zusammenarbeit, die bei den Feuerwehren immer wichtiger wird. Damit die Feuerwehrleute und auch ihre Familien, die ebenfalls einen großen Beitrag zur Feuerwehrarbeit leisten in dem sie oft auf ihre Partner verzichten müssen, einen schönen Abend verleben konnten übernahmen Kameraden der Feuerwehr Walldorf die Einsatzbereitschaft in Reilingen. Gegenseitige Hilfe wird bei den Feuerwehren groß geschrieben.

All diese Dinge bleiben auch Bürgermeister Stefan Weisbrod nicht verborgen, der seine Achtung vor der Feuerwehr jederzeit deutlich ausspricht. So tat er es auch am Samstag in dem er seine Dankbarkeit und seinen Respekt kundtat. „Sie werden in der Nacht aus den schönsten Träumen gerissen, um irgendwo auf der Straße, in einem Wohnhaus oder Fabrikgebäude einen Albtraum zu erleben. Aber ohne Sie, ohne die stets hilfsbereiten Freiwilligen, ginge vieles nicht, ich behaupte, es ginge „gar nichts“, wenn es darum geht, Schadens- oder Gefahrensituationen in unserer Gemeinde oder auf unserer Gemarkung erfolgreich abzuwehren. Die freiwillige Feuerwehr, sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres örtlichen Rettungswesens“, sagte der Bürgermeister. Weiter ergänzte er: „Heute kann ich ihnen auch sicher sagen, dass wir in diesem Jahr noch mit dem neunen Gerätewagen Logistik 2 rechnen können, der das Löschgruppenfahrzeug LF8 ersetzten wird“, sagte der Bürgermeister mit Freude. Eine besondere Freude war es für ihn auch der Jugendfeuerwehr zu ihrem 40 Jährigen Jubiläum zu gratulieren. „Es ist eine großartige Leistung, was hier über dies Zeit geleistet wurde, und auch immer noch wird. Wir sind stolz auf euch, und deshalb habe ich auch ein Präsent mitgebracht“.

Stolz und Anerkennung wurden auch den Geehrten Fritz Schuppel (65 Jahre Feuerwehrmitglied) , Franz Zimmermann (50 Jahre Feuerwehrmitglied) und Willibald Wilmers (50 Jahre Feuerwehrmitglied) entgegen gebracht, die Zusammen 165 Jahre Feuerwehrdienst vorweisen können. Thomas Frank, stellvertretender Verbandsvorsitzender des Kreisfeuerwehrverband Rhein Neckar, übereichte hierfür die große Ehrenurkunde. Während Franz Zimmermann der erste Jugendwart der Reilinger Jugendfeuerwehr war, ist Fritz Schuppel das letzte noch lebende aktive Mitglied des Spielmannszuges, das bei der Neugründung des Spielmannazuges 1949 dabei war. Er begann damals zu trommel, und tut dies noch heute.

Um ihn und auch Michael Kief (40 Jahre Spielmannszugmitglied) zu ehren kam Kreisstabführer Armin Schmitt zum Kameradschaftsabend. Geschäftsführer des Spielmannszuges Jürgen Oechsler berichtet: „Unser „Kiefe Michl“ ist mit sieben Jahren in den Spielmannzug eingetreten, und war somit wahrscheinlich das jüngste Mitglied das der Spielmannszug je hatte“. Nach einer Trommelkarriere ist er heute, neben seiner fast 25 jährigen Tätigkeit als Kassier, ein hervorragender Lyraspieler.

Obwohl sie kein Feuerwehrmitglied ist, unterstütz Petra Brandenburger als Feuerwehrsachbearbeiterin seit 20 Jahren die Reilinger Feuerwehr mit vollem Engagement und erhielt hierfür die Ehren- Medaille in Silber.

Jubiläum feiert auch die Freundschaft zur Feuerwehr der Partnerstadt Jargeau, die  seit 25 Jahren besteht. In dieser Zeit haben sich feste Freundschaften geknüpft, die Alan Battaglia, Vorstand des Freundeskreises der Feuerwehr Jargeau, als festen Knoten bezeichnet. Dieser wurde bei gemeinsamen Zeltlagern, Feiern und dem mit fiebern beim Umbau der Gerätehäuser immer mehr gefestigt. „Wir sind immer traurig wenn es Sonntags nach Hause geht“, sagte Alan Battaglia und überreichte Phillip Geng, der jährlich für das Wohlergehen der französischen Gäste sorgt und als Dolmetscher fungiert, ein Geschenk der Freundschaft. Zu Beginn drückte Reilingen seine Verbundenheit zu Frankreich mit einer Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlages in Paris aus.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge entließ Jugendwart Stefan Grahlert am Samstag Debora Oehming aus der Jugendfeuerwehr und übergab sie an Kommandant Mike Supper, der sie mit Handschlag zu ihrem Dienst in der Einsatzabteilung verpflichtete. Nach acht Jahre in der Jugendfeuerwehr hat sie, genau wie rund 80 Prozent aller Feuerwehrleute ihre Wurzeln in der Jugendfeuerwehr.

Diese hatte zu ihrem 40 Jährigen Jubiläum einen Film zusammengestellt, in dem sich, heute schon längst erwachsene Feuerwehrleute, an ihre Zeit in der Jugendfeuerwehr erinnerten. Verbunden war der sehr gelungene, und auch humorvolle Film mit Glückwünschen der Feuerwehrleute, Jugendlichen und verschiedenen Reilinger Persönlichkeiten. Mit einem großen Applaus gratulierte das gesamte Publikum im Anschluss der Reilinger Jugendfeuerwehr.

Neben einem weiteren Aufritt des Spielmannszuges sorgten die Stützkrümmer, in der Besetzung von Philipp Geng, Markus Piperno, Jürgen Oechsler und Patrick Welz mit gekonnter Unterhaltung.

Mit ihren Liedern die direkt aus dem Feuerwehralltag erzählen, und Titel trugen wie „Tritt bei uns ein“, „Atemschutz, in der Nacht“  sorgten sie in „Reilinger Dialekt“ für so manche Lachträne. Auch, dem in die Jahre gekommene LF8, genannt „Betzi“, widmeten sie ein eignes Lied.

Mit der großen Tombola endete der offizielle Teil des Abends, doch die Feier war noch lange nicht vorbei.

Eine Fotobox, die die Jugendfeuerwehr organisierte, sorgte für sichtlichen Spaß und auch die Tanzfläche wurde stark strapaziert. Es war ein rundum gelungener Abend, den die Reilinger Feuerwehr am Samstag feiern durfte.

K.D.