Kommandant mit Leib und Seele


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Gut ein Jahr musste der frühere Reilinger Feuerwehrkommandant Hans Erbrecht auf seine offizielle Verabschiedung warten, da man von Seiten der Gemeindeverwaltung einen würdigen Rahmen für diesen symbolischen Akt suchte.

Mit dem ersten Spatenstich zum Um- und Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses am Freitagabend war nun ein besonderer Anlass gegeben, hatte doch der aus Gesundheitsgründen aus seinem Amt ausgeschiedene Hans Erbrecht intensiv, an den Vorplanungen für diese große Baumaßnahme mitgearbeitet.

Wie beliebt der ehemalige Feuerwehrchef der Spargelgemeinde noch immer ist, machte der gute Besuch der kurzen Feierstunde deutlich. Der heutige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Volker Steinle, begrüßte dazu nicht nur Bürgermeister Walter Klein und zahlreiche Gemeinderäte, sondern auch zahlreiche Kommandanten und Abordnungen der Feuerwehren des Unterkreises Schwetzingen. Steinle dankte seinem Vorgänger für dessen geleistete Arbeit, die er mit viel Engagement und noch mehr Zeitaufwand vollbracht habe. Als damaliger Stellvertreter habe er viel von Hans Erbrecht lernen können. Im Namen aller Wehrangehörigen freute sich Steinle über die Genesung des ehemaligen Kommandanten, mehr noch aber darüber, dass sich dieser inzwischen wieder einsatztauglich gemeldet habe.

Als erfahrenen Zugführer könne die Feuerwehr den stellvertretenden Leiter des Gemeindebauhofes vor allem tagsüber bei Alarmierungen gut gebrauchen.

Bürgermeister Walter Klein sah im ersten Spatenstich für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses den passenden Anlass, Hans Erbrecht offiziell aus dem Amt zu verabschieden, das dieser zu jeder Zeit „mit Leib und Seele“ ausgeübt habe. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte daran, dass Erbrecht seit seinem 18. Lebensjahr bei der Reilinger Feuerwehr aktiv sei. Er habe diese Zeit sinnvoll genutzt und zahlreiche Lehrgänge und Fortbildungsmaßnahmen absolviert: Angefangen vom Maschinist für Löschfahrzeuge, Atemschutzgeräteträger und Gruppen- und Zugführer über Führer von Einheiten über Zugstärke bis hin zum Leiter einer Feuerwehr.

Dabei habe es der engagierte Feuerwehrmann bis zum Dienstgrad des Hauptbrandmeisters gebracht. Außerdem sei Erbrecht seit 1997 Mitglied im. Feuerwehrausschuss der Gemeinde und somit an allen wichtigen Entscheidungen, die die Feuerwehr betreffen, beteiligt. Klein bedauerte, dass die angeschlagene Gesundheit weiterreichende Pläne durchkreuzt habe. So habe der Gemeinderat im März 2003 dem Antrag auf Abberufung aus dein Amt des Feuerwehrkommandanten aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen zugestimmt.

„Mittlerweile sind wir alle erleichtert, dass du deine schwere Operation so gut überstanden hast und auch wieder deiner Arbeit nachgehen kannst“, freute sich der Bürgermeister. Er dankte zugleich für die Einsatzbereitschaft. Gerade in dieser Zeit sei es längst nicht mehr selbstverständlich, freiwillig und unentgeltlich, etwas für andere, letztlich für die Allgemeinheit zu tun. Umso mehr gelte dies für eine Aufgabe, die des Öfteren mit erheblichen Gefahren verbunden sei. In den Dank der Gemeinde bezog Walter Klein auch die Ehefrau des zu verabschiedenden Kommandanten mit ein, denn Karin Erbrecht habe stets. ihren Mann unterstützt, dessen Lebensmittelpunkt oft die Feuerwehr gewesen sei. Außerdem habe sie dort mitgeholfen, wo sie gebraucht wurde.

Für den Unterkreis Schwetzingen überbrachte Peter Bierlein den Dank aller Kameraden und zollte zugleich Respekt für die gezeigten Leistungen. „Jeder im Unterkreis weiß, was wir an dir hatten und hoffentlich auch zukünftig wieder haben werden“. Hans Erbrecht versprach in seinen Dankesworten, „seiner“ Feuerwehr auch zukünftig treu zu bleiben und so viel zu helfen, wie es ihm nur möglich sei. Umrahmt wurde die Feierstunde passend vom Spielmannszug der Freiwilligen FeuerwehrReilingen unter der Leitung von Mathias Schwärzel.

Autor: Ottmar Geiger