Motorsägeausbildung bei der Feuerwehr Reilingen


Motorsägen zählen zu den Rettungsgeräten  bei den Feuerwehren. Auf den meisten Einsatzfahrzeugen gehören sie schon seit langer Zeit zur Normbeladung. Sie kommen bei der Technischen Hilfeleistung und bei Bränden zum Einsatz. Aber  ohne Zweifel zählt die Kettensäge zu  einem der gefährlichsten  Rettungsgeräten im Feuerwehrdienst. Deshalb ist es bei den Feuerwehren eine seit einiger Zeit zur Pflicht geworden eine spezielle Ausbildung an diesem Gerät zu absolvieren.

Am vergangenen Wochenende fand ein solche Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr Reilingen statt. 27 Teilnehmer, darunter auch Kameraden der Feuerwehr Hockenheim, stellten sich dieser Herausforderung. Am Freitagabend begann bereits der Theorieteil, denn nur wer das Gerät richtig kennt, kann damit auch sicher Arbeiten. Hierzu  zählte, dass man weiß wie die Säge aufgebaut ist, wie der Motor arbeitet, welche Vorbereitungen und Überprüfungen vor Gebrauch gemacht werden müssen und welche Sicherheitseinrichtungen  vorhanden sind. Was ist eine Kettenbremse, warum gibt es verschiedene Zahnformen? Warum muss die Kette geschmiert werden, wann und wie muss sie wieder geschärft werden? Und ganz wichtig, welche Schutzkleidung ist zu tagen!

Doch was ist eine Baumsprache? Dieses Wort steht in keinerlei Zusammenhang mit  Poetik. Es bedeutet einen Baum, bevor daran gearbeitet wird, genau zu beurteilen. Zu welcher Art zählt er? Wo befindet sich die Hauptlast der Baumkrone? In welche Richtung will er fallen und in welche Richtung soll er fallen? Zeigt der Baum Anzeichen von Baumfäule? Stimmen die Windverhältnisse und welche Hilfsmittel werden benötigt? Oder befinden sich Menschen, Gebäude oder Stromleitungen in der Nähe?

All dies muss vor der Arbeit genau analysiert und Sicherheitsabstände geschaffen werden.

  

Am Samstag ging es dann an die Praxis. An den gekennzeichneten Bäumen überprüften die Ausbilder ob die Teilnehmer das in der Theorie erlernte auch wirklich umsetzten konnten. Schrägschnitt, Fächerschnitt, Herzschnitt und Fallkerbe, alles wurde an dem dafür geeigneten Bäumen getestet.

Doch was wenn sich ein Baum in einer Krone verfängt oder sich aufhängt? Auch dies zeigten Thomas, Andi und Seppi den Feuerwehrleuten. Denn wenn die Feuerwehr gerufen wird, muss  meist damit rechnen das sie nicht einfach nur einen Baum zerkleinern oder fällen müssen. Nein meist bringt die Aufgabe irgendwelche Probleme mit sich.

 Was wenn ein Baum zum Beispiel unter Spannung steht? Auch diese Situation wurde mit Hilfe eines Feuerwehrfahrzeuges nachgestellt und mit etwas Vorsicht und der richtigen Technik kann dieses Problem gelöst werden.

Nach getaner Arbeit müssen die Geräte überprüft und  gepflegt werden, auch eine ganz wichtige und unumgängliche Aufgabe.

Diese fundierte, methodisch sehr durchdachten und an die für die Aufgaben der Feuerwehr ausgelegte Motorsägenausbildung verschaffte großes Wissen für die Ehrenamtlichen Kräfte.