Über 120 Mann kämpfen gegen Kellerbrand


Gegen 15.30 Uhr war am 20. August der Brand entdeckt worden. Kurz vor 16 Uhr hatte man den Eindruck, dass starker Nebel das Gebäude in der Reilinger Wilhelmstraße einhüllte. Einige Zeit waren es dicke schwere Rauchwolken, die aus dem Gebäude im Industriegebiet drangen und die Sicht auf die Häuser im naheliegenden Neubaugebiet unmöglich machten. Ein Praktikant des Unternehmens, einer Firma für Textilgroßhandel und Wasserbetten hatte die Rauchentwicklung entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Weitere Personen befanden sich nicht in dem Gebäudekomplex an der Ecke Siemensstraße und Heinrich-Lanz-Straße.

Wehren arbeiten gut zusammen
Dabei handelt es sich um den Komplex der ehemaligen Firma Eisel. Die betroffene Firma sei, so Bürgermeister Walter Klein, erst im vergangenen Jahr von Mannheim nach Reilingen umgezogen.

Über 120 Feuerwehrleute waren am gestrigen Nachmittag in Reilingen im Einsatz. Neben der Freiwilligen Feuerwehr Reilingen waren die Wehren aus Neulußheim, Altlußheim und Hockenheim sowie aus Schwetzingen mit ihren schweren Atemschutzgeräten im Einsatz.

Ergänzt wurden die Wehren durch ein Spezialfahrzeug der Werksfeuerwehr der Heidelberger Druckmaschinen mit einem riesigen Gebläse, mit dem der Rauch kurzfristig zur besseren Sicht „wegggeblasen“ werden konnte.

Lager mit 1500 Quadratmetern
Zwischenzeitlich hatte man auch Kontakt mit der Berufsfeuerwehr der BASF aufgenommen, und aus Heidelberg kam der Einsatzzug mit dem Löschschaum. Der gesamte Keller, in dem die Flammen wüteten, wurde mit dem Löschschaum „geflutet“. Diese Kellerräume haben eine Größe von 1500 Quadratmetern.

In diesen Räumlichkeiten herrschte eine unvorstellbare Hitze. Bereits im Eingangsbereich wurden 460 Grad Celsius gemessen. Dramatisch wurde es dann nochmals kurz vor 19 Uhr, als man feststellte, dass zwischenzeitlich die Statik des Hauses keine Sicherheit mehr bot. Sofort verließen alle Feuerwehrleute das Gebäude und bekämpften den Brand mit dem Löschschaum von außen.

Materialwert über halbe Million
Dadurch wurden auch erste Schätzungen zur Schadenshöhe Makulatur. Der Materialwert, der im Keller lagerte, war auf mindestens 500 000 Euro angesetzt worden. Hinzu kommen weitere Schäden durch den Brand und die Folgen. Sollte, wie gestern Abend zu befürchten war, die Statik des Hauses schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dürfte der Schaden sich gleich auf mehrere Millionen erhöhen.

Die Rauchentwicklung war allein schon optisch phasen- beziehungsweise schubweise schreckenerregend und konnte durchaus an einen Horrorfilm erinnern. Bestialisch penetrant war der Gestank des Rauches. Messungen wurden direkt vor Ort durchgeführt und zeigten bei allen Messdaten wesentlich überhöhte Werte. Gleich darauf wurden an vier verschiedenen Stellen in Wohngebiet innerhalb Reilingens Messungen vorgenommen. Nur an zwei von ihnen wurden ganz leicht erhöhte Werte von Chlor und Ammoniak festgestellt.

Vorsorglich war schon zuvor die Bevölkerung in Reilingen und auch in Hockenheim per Polizeidurchsagen und Rundfunkmitteilungen gebeten worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Ein Spezialhubschrauber hatte den Zug des Rauches verfolgt und ebenfalls gemeldet, dass der Rauch sich relativ schnell verflüchtigte. Ergänzend zu den Feuerwehren mit Kreisbrandmeister Peter Michels an der Spitze waren ein Leitender Notarzt, ein weiterer Notarzt, mehrere Rettungswagen und Fachkräfte sowie Notfallseelsorger vor Ort.

Kein Personenschaden
Positiv blickte man trotz des ganz erheblichen Sachschadens darauf zurück, dass keine Menschen Opfer des Brandes wurden und Lob und Anerkennung gab es für die gute Arbeit und die optimale Zusammenarbeit der Wehren gestern beim Großeinsatz im Reilinger Industriegebiet.
 
Franz Anton Bankuti aus SZ