Umbau des Feuerwehrgerätehauses zugestimmt


Vor über 30 Interessierten, darunter zahlreiche Feuerwehraktive, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Gemeinderatssitzung dem Umbau des Gerätehauses grundsätzlich zugestimmt. Die erste Kostenschätzung, die dem Gemeinderat vorgelegt wurde, beläuft sich auf 3,74 Millionen Mark und schreckte ob der unerwarteten Höhe die Vertreter aller Fraktionen auf.

Dass die Baumaßnahme aber unbedingt notwendig ist, verdeutlichten die Aussagen von Kreisbrandmeister Peter Michels, der auf Einladung von Bürgermeister Walter Klein an der öffentlichen Ratssitzung teilnahm. So belasteten derzeit zahlreiche Mängel die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrfrauen und -männer. Sie müssen sich beispielsweise im Einsatzfall bei laufenden Dieselmotoren ohne eine vorgeschriebene Abgasabsauganlage direkt hinter den Fahrzeugen in der Halle umziehen. Probleme bereiten vor und nach den Einsätzen auch die fehlenden getrennten sanitären Einrichtungen für Frauen und Männer. Kritisiert wurde vom Kreisbrandmeister aber auch eine fehlende Abtrennung zwischen Fahrzeughalle und Werkstattbereich, wo unter anderem auch der Reservetreibstoff eingelagert ist.

Die Falttore stellen nach den Unfallverhütungsvorschriften eine Unfallgefahr dar und müssen ersetzt werden. Außerdem entsprechen sie nicht der geltenden Wärmeschutzverordnung. Zudem reicht die Fahrzeughalle für die Unterbringung aller im Besitz der Feuerwehr befindlichen Fahrzeuge und Anhänger nicht aus.

Kreisbrandmeister Peter Michels bestätigte, dass aus feuerwehrtechnischer Sicht die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit für einen Um- und Erweiterungsbau gegeben ist. Er unterstützte das vorgelegte Raumkonzept vollinhaltlich. Änderungen an der Kubatur zögen spätestens in fünf bis zehn Jahren aufwändige Erweiterungen nach sich. Außerdem müsste bei einer kleineren Ausführung das gesamte Raumkonzept neu überarbeitet werden.

Wie sich die Raumsituation nach einem Umbau darstellen könnte, zeigte Ortsbaumeister Anton Rothas anhand der von ihm erarbeiteten Entwurfsplanung auf. Diese sieht eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes zum Nachbargrundstück, aber auch zur Graf-Zeppelin-Straße vor. Dadurch können im Untergeschoss nicht nur die Sanitäranlagen und Umkleideräume für die Jugendwehr verwirklicht, sondern auch ein dringend notwendiger Jugendraum geschaffen werden. Hinzu kommt ein rund 25 Meter langer Schlauchwaschraum, ein Trockenraum sowie verschiedene Lagerräume.

Im Erdgeschoss bringt der Neubau eine neue Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, außerdem zwei Werkstätten für die Technik und den Atemschutz. Ein neuer Funk- sowie ein Bereitschaftsraum sollen die bisherigen engen Verhältnisse ebenso ablösen wie Umkleideräume für die Einsatzkräfte.

Abgerundet wird das neue Raumangebot im Obergeschoss durch einen Sitzungsraum, ein Kühl- und Stuhllager sowie dem Kommandantenbüro. Zum Materialtransport ist ein Lastenaufzug vorgesehen.

Für die FWV-Fraktion, die bereits seit drei Jahren immer wieder auf die haltlosen Zustände im Feuerwehrgerätehaus hinweist und mehrmals einen sofortigen Umbau gefordert hatte, zeigte sich Friedrich Feth zufrieden, dass jetzt endlich reagiert würde. „Es darf keine Verzögerung mehr eintreten“, betonte er und forderte dazu auf, die „funktionale und zukunftsfähige Konzeption“ schnellstens umzusetzen. Feth zeigte sich zuversichtlich, dass die überraschend hohen Kosten als Grobschätzung „sicher noch um zehn bis 20 Prozent“ unterschritten werden könnten. Daher mahnte er für den weiteren Verlauf der Planungen eine konkrete Kostenermittlung an. Zugleich sah er aber keine andere Möglichkeit, um die unbefriedigende Situation zu verbessern.

Keinen Eilbedarf sah dagegen CDU-Sprecher Klaus Benetti, der sich dagegen aussprach, die von der FWV geforderten Umbaumaßnahmen „um jeden Preis durchzudrücken“. So sei vor einer endgültigen Entscheidung eine kostenoptimierte Planung unbedingt notwendig, die vom Gemeinderat freigegeben werden müsse. Benetti räumte aber ein, dass eine Sanierung und ein Umbau dringend notwendig seien, um die Arbeit der Feuerwehr zu unterstützen.

Die Funktionalität müsse oberste Priorität haben, machte SPD-Sprecher Dieter Rösch deutlich. Die Feuerwehr brauche einen optimalen Arbeitsplatz mit vernünftigen Bedingungen: Die vorgelegte Planung würde zwar keine „Luxusausstattung“ darstellen, aber dennoch seien 3,7 Millionen Mark „ein gewaltiger Brocken“. Auch Rösch sprach sich dafür aus, sich noch etwas Zeit zu nehmen und die Planungen zu überarbeiten, um Kosten zu sparen.

Bürgermeister Walter. Klein teilte der Versammlung mit, dass der Förderantrag für den Umbau bis Ende September gestellt werden müsse. Nur dann könne fristgerecht mit Zuschüssen von rund 1,48 Millionen Mark gerechnet werden. Um die Baumaßnahme finanzieren zu können, sei die mittelfristige Finanzplanung entsprechend überarbeitet worden.

Das Gemeindeoberhaupt machte deutlich, dass ein Umbau des Feuerwehrgerätehauses bei der derzeitigen Finanzlage auf Kosten der geplanten Freizeitanlage gehen müsse. „Wir sind dies unserer Feuerwehr als Pflichtaufgabe der Gemeinde schuldig“, betonte Klein. „Die ehrenamtlichen Kräfte haben Anspruch auf eine gesunden und ihrer Aufgabe entsprechenden Arbeitsplatz.“

Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, genehmigte schließlich der Gemeinderat die jetzige Entwurfsplanung und sprach sich ebenfalls einstimmig dafür aus, als Sofortmaßnahme eine Abgasabsauganlage in der Fahrzeughalle einzubauen.